EU-Kommission leitet Wettbewerbsverfahren gegen Google ein

Überraschend ist diese Entwicklung sicherlich nicht. Nachdem bereits in den USA der Vorwurf im Raum steht, Google benachteilige bestimmte Webseiten bei der Darstellung von Suchergebnissen, wird in Europa ein ähnliches Verfahren angestrebt. In den USA zählen die Unternehmen TradeComet, myTriggers und Foundem zu den Beschwerdeführern.Foundem hat sich zu diesem Schritt nun auch in Europa entschlossen und hat neben der Rechtssuchmaschine Ejustice.fr sowie dem Preisvergleichsportal Ciao (Microsoft) Anfang Februar bei der EU-Kommission Beschwerde eingereicht.

Es geht um die Benachteiligung von Wettbewerbern bei der Anzeige von Suchergebnissen sowie um die angebliche Preistreiberei bei Werbung in Form von Kurztexten. Laut Foundem-Chefin Shivaun Raff „wachse die Kluft zwischen der öffentlichen Wahrnehmung, Googles Suchergebnisse seien nachvollziehbar und unparteiisch, und der Realität, dass nichts von beidem der Fall ist”.
Einblicke in den Google-AlgorithmusUm die Vorwürfe überhaupt überprüfen zu können, ist es notwendig, dass die EU-Kommission Einblicke in die geheime Suchformel von Google, den sagenumwobenen Google Algorithmus, erhält. Dieser Algorithmus beeinflusst die Darstellung der Suchergebnisse: Welche Seite wird über oder unter einer anderen Seite angezeigt? Welche Seite enthält für den Suchenden potentiell eher das Gesuchte als eine andere?

Google kündigte frühzeitig an, mit den obersten Wettbewerbshütern der Europäischen Union kooperieren zu wollen, um mögliche Vorwürfe ausräumen zu können. Die Preisgabe des geheimen Rezepts wird von Google allerdings entspannt betrachtet. „“Allein 2009 haben wir 585 Änderungen am Algorithmus vorgenommen”, sagte ein Sprecher gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Wie bei Microsoft oder Intel: Keine Berührungsängste der EU-Kommission
Dass die Kommission keine Berührungsängste mit internationalen Konzernen hat, wurde schon mehrfach beeindruckend unter Beweis gestellt. Auch die Manpower und die Kompetenz für groß angelegte Verfahren sind in Brüssel vorhanden. So mussten z.B. schon Microsoft und Intel hohe Millionenbeträge an Strafen zahlen. Ob dies auch bei Google der Fall sein wird, ist noch fraglich. Die Kommission betonte noch am Dienstag, dass bisher kein Nachweis für einen Verstoß gegen die europäischen Kartellrechtsvorschriften vorliege.



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